«Safe And Sorry ist ein Stück über die Ungerechtigkeiten dieser Welt. Über politische und persönliche Probleme, die ineinandergreifen: Klimakrise, soziale Ungleichheit, Faschismus … Idealismus, Gerechtigkeit, Widerstand: Es sind abstrakte und politische Themen, die (das Stück) dennoch persönlich verhandelt … (Es) stellt Fragen, anstatt die eine Gerechtigkeit zu definieren – macht aber Mut, sich einzusetzen … Safe And Sorry will keine Anleitung für das eine richtige Handeln sein, sondern stellt die richtigen Fragen. Welche Formen von Aktivismus kann und möchte ich umsetzen – und welche nicht. Statt ‹rather safe than sorry› (dt. ‹lieber nichts riskieren als später etwas bereuen›) stellt Safe And Sorry Jugendliche vor, die es andersherum machen. Die sich trauen, für ihr Anliegen einzustehen – auch wenn es möglicherweise unbequeme Konsequenzen gibt. (MDR)
«Der Ort, an dem Robin, Aaron und Jeanne sich wiederfinden, erweist sich als Strafinstitution, als Ort des (letzten) Gerichts, ein Wartezimmer à la Sartre – nur dass die Hölle hier nicht immer, sondern nur manchmal die anderen sind. Richter, Priester, ein Folterknecht, der aussieht wie Darth Vader gekreuzt mit Zahnarzt – alle möglichen Schreckensfiguren mit disziplinarischen Bestrebungen laufen dort herum. Um ihnen zu entkommen, muss man das Vergehen gestehen, das einen hergebracht hat. So zumindest die Prämisse.» (Nachtkritik)
«Egal mit welcher Figur sich das Publikum identifiziert: Um einen Perspektivwechsel kommt niemand herum … Im Kern setzen sich die drei Jugendlichen mit ihren Taten und deren möglichen Folgen auseinander … So blättert der Abend entlang der schwankenden Emotionen der Figuren die jeweiligen Motive und Dilemmata auf. Ist es ein Unterschied, ob jemand im Kleinen und im Affekt für seine Familie kämpft oder im Großen und strategisch gegen den Klimawandel? Ist Haltung etwas, das man sich leisten können muss? Mit welcher Konsequenz, damit wird es existenziell, muss man für seine Ideale einstehen? … Kein Standpunkt (ist) zementiert, um die eigene Haltung wird in jeder Sekunde neu gerungen. Revolutions-Euphorie und Resignation wechseln einander ab … Safe and Sorry installiert keine neuen Helden und fordert keinen Heldenmut. Die Inszenierung jongliert mit Motiven, Haltungen, Konsequenzen. Sie zeigt, wie normal es ist, den inneren moralischen Kompass immer wieder neu justieren zu müssen. (Leipziger Volkszeitung)
Uraufführung
06.03.2026 Theater der jungen Welt, Leipzig (Regie: Liesbeth Coltof)
Auftragswerk für das Theater der jungen Welt, Leipzig
Uraufgeführt: «Safe and Sorry» von Fayer Koch
Am 6. März 2026 war die Uraufführung von «Safe and Sorry» von Fayer Koch am Theater der jungen Welt, Leipzig (Regie: Liesbeth Coltof): «Zwei Jugendliche der Gegenwart treffen auf Jeanne d’Arc – und ein digitales Gericht. Originell hinterfragt ‹Safe and Sorry› Moral, Gerechtigkeit und die eigene Standhaftigkeit … Eine zeitgemäße und sehr relevante Inszenierung für ein jugendliches Publikum ab 14 Jahren» (Leipziger Volkszeitung).

Die Zukunft ist nicht-
Die ist offen.
Deshalb ist es ja die Zukunft.
Weil sie sich noch ändern lässt.
JEANNE
Wenn Gott mir befehlen würde
für ihn zu kämpfen
würd ich sagen:
Das ist unbezahlte
körperliche und emotionale Arbeit.