«Ein starkes Stück, das nachklingt»: «Mundtot» von Miriam Unterthiner uraufgeführt

Am 16.01.2026 war die Uraufführung von «Mundtot» von Miriam Unterthiner am Schauspielhaus Wien (Regie: Christiane Pohle). Das Stück ist entstanden im Rahmen des Hans-Grazer-Stipendiums und wurde mit dem Hans-Gratzer-Preis 2025 ausgezeichnet. «Ein Abend, der in seiner schonungslosen Zuspitzung aufrüttelt.» (APA)

Szenenfoto MUNDTOT (c) Inés Bacher
© Inés Bacher

In meinen Knochen seine Worte. Ich will. Muss. Stark. Muss. Besser. Muss. Das hier. Muss. Weiter. Muss. Ich kann nicht.

Miriam Unterthiner: «Mundtot»

Sie stehen auf den Spielfeldern, sie setzen sich und ihre Körper aus – den Bällen, den Blicken von außen. Sie sind versehrt, außen und innen, und sie beginnen zu sprechen: von dem, was lange ungesagt blieb, von unsportlichen Berührungen, von Konkurrenz und Solidarität, von Leistungsdruck und Bewertungen, von sexualisierten Körpern in zu knappen Trikots.

Miriam Unterthiner lässt einen wütenden Handballerinnen-Chor antreten, der die bestehenden Zustände, die Missstände im (Spitzen-)Sport und die politische Dimension dahinter nicht länger hinnehmen will. Gemeinsam klagen sie an. 

«Mundtot verfolgt den ambitionierten Anspruch, Gewaltsysteme in ihren Strukturen erfahrbar zu machen und den Diskurs zu verschieben, indem Missstände nicht als Einzelfälle, sondern kollektiv zur Sprache kommen.» (Nachtkritik)

«In Mundtot gehen der Tatbestand des körperlichen Missbrauchs im Handballsport und eine rundum zerstückelte, amputierte Sprache Hand in Hand.» (Der Standard)

«Das Stück zeichnet komplexe Figuren, deren innere Konflikte zwischen Loyalität, Scham, Ehrgeiz und Angst präzise herausgearbeitet sind. Das Schweigen erscheint nicht als individuelle Schwäche, sondern als logische Konsequenz eines Systems, das Sanktionen für jene bereithält, die sprechen. Besonders stark sind die Momente, in denen das Nicht-Gesagte, das Abgebrochene, das stockende Wort mehr Gewicht erhält als jede explizite Anklage.» (Kulturwoche)

«Der Text wirkt mitunter, dem verstörenden Inhalt zum Trotz, fast poetisch … In diesem Vermögen der Sprache, eine dem Thema korrespondierende Form zu geben, zeigt sich die überragende Begabung von Miriam Unterthiner.» (Die Furche)

«Ein starkes Stück, das nachklingt.» (Kronen Zeitung)

Uraufführung
16.01.2026 Schauspielhaus Wien (Regie: Christiane Pohle)

Muskeln verhärten. Bänder überdehnen. Sehnen reißen. Knochen brechen. Stressfrakturen. Burnout. Burnin. Der KörpEr wird zur Faust, verteidigt sich gegen dich. Zwischen all den Schmerztabletten nichts mehr da zum Fühlen. Fühlst dich als nichts, das es nicht geschafft, schon wieder nicht geschafft. Niemand weiß, wie es in dir. So leer, nichts mehr drin, alles aufgebraucht.