Aus der Begründung der Jury: «Niemandem unter den deutschsprachigen Gegenwartsautor:innen ist es gelungen wie Thomas Melle, dem gesellschaftlichen Leben des 21. Jahrhunderts, wie wir es kennen, einen so realistischen wie kunstvoll gearbeiteten Spiegel vorzuhalten. Wer hineinblickt, dessen Leben wird verändert, und mehr kann Literatur eigentlich nicht tun. Hat man seine Romane, seine Theaterstücke gelesen, blickt man anders, auf paradoxe Weise getröstet (und glänzend unterhalten), auf jene immer lebensfeindlicher gewordenen Verhältnisse, mit denen die Menschen in der westlichen Welt, von der immer noch behauptet wird, es sei die Beste, zurechtkommen müssen … Sein im besten Sinne verstörendes Werk stellt Thomas Melle an die Seite des Namensgebers dieses Preises, der schon von seiner Welt meinte, ihm sei auf ihr nicht mehr zu helfen. Den Kleist-Preis hat dieser Autor mehr als verdient.»
Verliehen wird der Preis, der in diesem Jahr mit 30.000 Euro dotiert ist, am 22. November im Rahmen einer Matinee im Deutschen Theater Berlin.
Wir freuen uns mit Thomas Melle und gratulieren ihm von Herzen.
Kleist-Preis 2026 für Thomas Melle
Thomas Melle wird für sein literarisches Werk mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet, der seit 1985 von der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft verliehen wird. Zu den bisherigen Preisträger:innen gehören u. a. Alexander Kluge, Heiner Müller, Ernst Jandl, Herta Müller, Daniel Kehlmann, Navid Kermani und Clemens J. Setz.
