«State of the Union - Eine Ehe in zehn Sitzungen» von Nick Hornby - Deutschsprachige Erstaufführung

Das Theater Oberhausen begeistert mit Nick Hornbys «State of the Union» (Regie: Jonas Weber)

Eine Frau und ein Mann in einer Bar - Szenenfoto
© Axel J. Scherer / Theater Oberhausen
TOM: Das Problem ist: Die Ehe ist wie ein Computer. Man kann sie auseinandernehmen, um nachzuschauen, was drinsteckt, aber dann hat man hinterher hunderttausend Einzelteile in der Hand.
LOUISE: Wie klingt das: Wir stecken die größeren Teile wieder rein, schmeißen die kleinen weg, schrauben die Kiste zu und machen einfach weiter?

Nick Hornbys State of the Union (erschienen im Verlag Kiepenheuer & Witsch unter dem Titel «Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst») wurde als Miniserie von Stephen Frears verfilmt und mit mehreren Emmys ausgezeichnet. Im Oktober war die deutschsprachige Erstaufführung am Theater Oberhausen:

«Nick Hornbys State of the Union liefert komische Steilvorlagen für bestens aufgelegte Darsteller ... die Bar-Szenerie wirkt perfekt dank Hornbys nicht zu unterschätzendem Coup: Er spart sich die eigentlichen Therapiegespräche - und damit jeglichen Therapeutenjargon. Vielmehr gibt er für jede Szene seinen Protagonisten nur wenige Minuten, um sich etwas Mut anzutrinken, ehe beide in die Praxis eilen ... hier wird weder handgreiflich noch verbal gewütet – vielmehr wahrt man britische Contenance. Den mitunter wie englischer Landregen prasselnden Pointen tut das aber keinen Abbruch ... Großer Applaus» (WAZ)

«Witzig und kurzweilig ... Jonas Weber orientiert sich eng an der Romanvorlage, nimmt sich selbst zurück und respektiert die klugen DIaloge wie auch den geistreichen, für Hornby so typischen Witz .» (Rheinische Post)

State of the Union

Louise ist fremdgegangen und Tom ist ausgezogen. Aber immerhin haben sie zwei Kinder miteinander und wollen ihre Ehe nicht kampflos aufgeben. Jede Woche gehen sie zur Paartherapeutin, jede Woche treffen sie sich vorher in einem Pub. Bei einem Getränk zur Nervenstärkung stimmen sie sich auf die Sitzungen ein, diskutieren Rückschritte, Fortschritte und spekulieren über die anderen Gäste. So einiges an Konflikten wurde in den letzten Jahren unter den Teppich gekehrt und wird erst jetzt wieder hervorgekramt – wenig spektakuläre Verfehlungen, dafür einiges, was jedem, der schon mal in einer Beziehung war, bekannt vorkommen dürfte. Mal hat der eine Oberwasser, mal die andere, und die Gelegenheit für eine gute Pointe lässt sich keiner von beiden entgehen. 

Mit seinem unvergleichlichen Humor und dem Blick für sympathische Antihelden zeigt uns Nick Hornby ein ganz normales Ehepaar und die komischen Seiten einer Ehekrise.

Der Rowohlt Theater Verlag vertritt die Dramatisierungsrechte an dem Roman. Erschienen unter dem Titel Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst im Verlag Kiepenheuer & Witsch.

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