Extra Zero

Extra Zero

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Besetzung

variabel

Alltag in einer Klinik für Essgestörte: Gewichtsüberprüfung, Essenskontrolle, Therapiesitzung, Essenskontrolle, Abendgestaltung und wieder von vorne. So lange, bis das Gewicht der Patient:innen mit den strengen Vorgaben der Institution übereinstimmt und das Leben in Freiheit wieder möglich ist. Dass die von permanenter Beobachtung geprägten Tagesabläufe gleichzeitig auch den Verlust von Privatsphäre und Selbstbestimmung bedeuten, muss mit Blick auf das große Ziel billigend in Kauf genommen werden. Allzu oft tragen die Patient:innen ihre Verzweiflung und Frustration mit sich selbst aus, zu mächtig ist die große Kontrollinstanz, als dass ein einzelner und noch dazu kranker Mensch sich ihr widersetzen könnte. Dessen Leben wird ohnehin von erbitterten Kämpfen dominiert: gegen den eigenen Körper, gegen den der anderen, gegen die auf ihn einprasselnden Idealvorstellungen von außen. Und wer soll sich da auch bitte noch auskennen, wenn plötzlich Selbstliebe und Body Positivity gepredigt werden und dabei die maximale Fixierung auf den gesunden Körper, gesunde Ernährung, gesundes Leben zu wieder neuem Optimierungsdruck führt? Wie ausbrechen aus diesem Teufelskreis? 

In Extra Zero nimmt ein radikaler Chor der Essgestörten den Kampf gegen die stets maßregelnde Institution auf, gegen die Qual der stetigen Wiederholung und gegen die Angst vor der Leere, die sich hinter einem Leben ohne Zwang auftun könnte. Wütend, kraftvoll und mit viel schwarzem Humor stellt sich Elisabeth Pape der Komplexität der Essstörungen und schildert schonungslos und direkt den schweren Weg zu Genesung und Selbstakzeptanz.

Uraufführung
24.06.2023 Staatstheater Augsburg (Regie: Blanka Rádóczy)

Ausgezeichnet mit dem Kleist-Förderpreis 2023

Die Aufführungsrechte für Amateur- und Schultheater stehen leider nicht zur Verfügung.

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