«Präzise, spitzfindig und unterhaltsam» – Uraufführung von Lisa Danulats «OTA»

Am 2. März 2026 war im Theater Drachengasse, Wien die Uraufführung von Lisa Danulats Stück «OTA - Trauma und Fraktur» (Regie: Sandra Schüddekopf).

Szenenfoto aus OTA von Lisa Danulat
© Lukas Beck

OTA
Ich habe gelebt wie ein Arschloch in diesem weiblichen Körper. Wie ein Rockstar in einem Hotelzimmer. Aber ich bin auch: ein Nachtfalter, gefangen im Licht meiner eigenen Dunkelheit. Was bleibt mir also zu tun?
Ich öffne mir ein Bier und schaue meine Serie. 


STIMME AUS OTAS LIEBLINGS-SERIE
Doctor, I think: The best way to find yourself is to lose yourself in the service of others.

«OTA» von Lisa Danulat 

«Du bist eine meiner wertvollsten Mitarbeiterinnen.» Dieser Satz, gefallen auf einer Weihnachtsfeier vor neun Jahren, begleitet OTA, die operationstechnische Assistentin, durch ihre Tage. OTA liebt ihre Arbeit, lebt ihre Arbeit, jeden Tag aufs Neue, trotz Schichtdienst, Unterbesetzung und steilen Hierarchien. Doch die Gewissheit, da, wo sie ist, genau richtig zu sein, gerät ins Wanken, als ihr Chef mit ihr nicht mehr zufrieden ist. Plötzlich scheint kein Handgriff mehr zu sitzen, kein Gespräch mehr zu fließen. Etwas ist aus dem Takt geraten und schlägt immer weiter aus.

Lisa Danulat wirft in OTA einen Blick hinter die Kulissen der Operationssäle, erzählt von Fachkräftemangel, Überlastung und Zynismus – und zugleich von der Zartheit und Zerbrechlichkeit der Menschen auf und an den OP-Tischen. Atmosphärisch, präzise und mit großem Gespür für die Komik im Alltäglichen ist OTA ein empathisches Plädoyer dafür, das System zu reparieren, das die Menschen repariert.

«Danulats Text hat Chuzpe und Sätze, die erquicken ... Spitzfindig und dabei unterhaltsam.» (Der Standard)

«Die sprachlich fulminante Verdichtung ergänzen exemplarische Begegnungen und Ereignisse ... Eine äußerst würdige … Auseinandersetzung mit einem Beruf, der zu wenig Wertschätzung erfährt.» (Kurier)

«Sandra Schüddekopf (findet) für Lisa Danulats schräges, poetisches Krankenhaus-Drama skurrile und traumartige Bilder.» (Falter)

 

Uraufführung
02.03.2026 Theater Drachengasse, Wien (Regie: Sandra Schüddekopf)

 

2025 erhielt Lisa Danulat für OTA das Literaturstipendium der Stiftung preußische Seehandlung und war für den Autor:innenpreis des Heidelberger Stückemarkts nominiert.

Aus der Begründung der Jury: «Lisa Danulat erzählt vom Versagen eines Systems, von dem wir alle profitieren, wenn wir uns ein Bein gebrochen haben – auf Kosten von Menschen wie OTA. Es ist der große Verdienst ihres Stücks, dass sie diese Botschaft nicht als Anklage formuliert oder mit Betroffenheit arbeitet. Ihr leichtfüßiger Text vermittelt das Thema durchaus unterhaltend und ohne ihre Figuren zu verraten.»

Stücke von Lisa Danulat

Alle Stücke