«Ein großer Theaterspaß»: «Echtzeitalter» von Tonio Schachinger

Am 19. April 2026 war die deutsche Erstaufführung von Tonio Schachingers Roman «Echtzeitalter» am Münchner Volkstheater (Regie: Jan Friedrich).

Szenenfoto (c) Thomas Aurin
© Thomas Aurin

GTA ist wie Bier trinken. Es entspannt schon nach wenigen Minuten, enthemmt, wenn man den ganzen Tag nichts anderes tut. Jeder kennt und fast jeder mag es, aber seine Wirkungsweise zielt nicht auf Ekstase ab, sondern darauf, die Offenheit des eigenen Alltags zu erkennen.

«Echtzeitalter» von Tonio Schachinger

Mit subtilem Witz und großer Empathie erzählt Tonio Schachinger in Echtzeitalter von einer Jugend zwischen Gaming und Klassikerlektüre, von Freiheitslust, die sich bewähren muss gegen flammende Traditionalisten – und von dem unkalkulierbaren Rest, der nicht nur die Abschlussklasse 2020 vor ungeahnte Herausforderungen stellt.

«Mit Echtzeitalter ist Tonio Schachinger etwas Erstaunliches gelungen: die virtuose Inszenierung des Alltäglichen … Der Tod von Tills Vater, der neue Freund der Mutter, der schulsystemimmanente Sadismus, die ersten Strahlen der Liebe – alles fügt sich mit einer Selbstverständlichkeit aneinander, die im Leben der Lauf der Dinge ohnehin besorgt. Im Roman noch locker verfugt von der Stimme des Erzählers, deren leichtes Lächeln, den Hässlichkeiten die Spitze nimmt.» (Süddeutsche Zeitung)

«Echtzeitalter macht Spaß. Und trifft mit manchen Sätzen in Hirn und Herz. Es zeigt eine leicht lakonische, dennoch liebevolle Sicht auf Kindheit und Jugend, auf das Ausprobieren, auf die großen Gefühle, auf das Scheitern. Und auf all das, was im Nachhinein so viel an Bedeutung verliert, obwohl es doch mal die Welt war.» (Nachtkritik)

«Eine Inszenierung, die dem Roman ästhetisch wie sprachlich gleichermaßen gerecht wurde und dabei doch literatursprengendes Vollbluttheater bot … Die Computerspielebene der Handlung prägt die Ästhetik des Abends, Perspektivwechsel, Rollenwechsel, Reset, wiederkehrende Items oder Spielerfiguren erinnern an virtuelle Welten … Ein großer Theaterspaß.» (Mittelbayerische Zeitung)

Im Dezember 2024 war die Uraufführung von Echtzeitalter am Schauspielhaus Graz (Regie: F. Wiesel & Timon Jansen), weitere Inszenierungen gab es am Theater der Jugend, Wien (Regie: Gerald Maria Bauer) und am Schauspielhaus Salzburg (Regie: Alek Niemiro). 

Der Roman ist erschienen im Rowohlt Verlag und wurde 2023 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. 

Deutsche Erstaufführung
19.04.2026 Münchner Volkstheater (Regie: Jan Friedrich)

Echtzeitalter

Ein elitäres Wiener Internat, untergebracht in der ehemaligen Sommerresidenz der Habsburger, der Klassenlehrer ein antiquierter und despotischer Mann, der nichts für lesenswert hält, was nicht als Reclam-Heft erhältlich ist. Was lässt sich hier fürs Leben lernen? Till Kokorda kann weder mit dem Kanon noch mit dem snobistischen Umfeld viel anfangen. Seine Leidenschaft sind Computerspiele, konkret: das Echtzeit-Strategiespiel «Age of Empires 2». Ohne dass jemand aus seiner Umgebung davon weiß, ist er mit 15 eine Online-Berühmtheit, der jüngste Top-10-Spieler der Welt. Nur: Wie real ist so ein Glück?


Mit subtilem Witz und großer Empathie erzählt Tonio Schachinger von einer Jugend zwischen Gaming und Klassikerlektüre, von Freiheitslust, die sich bewähren muss gegen flammende Traditionalisten – und von dem unkalkulierbaren Rest, der nicht nur die Abschlussklasse 2020 vor ungeahnte Herausforderungen stellt.
«Ein Roman, der grundsätzlich den richtigen Ton trifft, zwischen spöttischer Distanz, Analyse und Einfühlung, sodass sich das herzerwärmende Tschick-Gefühl von Wolfgang Herrndorf einstellt.» (ORF)
«Schachinger schreibt mit einem feinen, zugleich makabren Humor, federleicht fließen Sätze und Schuljahre dahin … Ein bemerkenswertes Stück Literatur.» (Süddeutsche Zeitung)

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