Ajax

Ajax

Besetzung

variabel, mind. 6 Darsteller:innen

Der jahrelange blutige Stellungskrieg um Troja treibt Ajax, den Feldherrn der Griechen, buchstäblich in den Wahnsinn und schließlich in den Suizid. Gleichzeitig lässt ein Kriegsausbruch im heutigen Europa einen Familienvater zum fanatischen «Prepper» und militanten Verfechter von Verschwörungsmythen werden. Antike und unmittelbare Gegenwart fließen ineinander, und es kommt zur fiebrig halluzinierten oder ganz konkreten Begegnung von Figuren, die eigentlich Jahrtausende trennt – womöglich sind sie am Ende sogar ein und dieselbe Person. Im Zentrum von Thomas Freyers Stück stehen dabei die Söhne, die das Erbe der Väter prägt und es auf ihre Art weitertragen: Während der junge Eurysakes Ajax an Grausamkeit bald übertrumpft, wendet sich Jonathan im Hier und Jetzt immer mehr von seiner Umwelt ab. Allein die Frauen widersetzen sich der ewigen Spirale der Gewalt, misstrauen Begriffen wie Ruhm, Tapferkeit und Ehre, denen meist Selbstüberhöhung, Selbstmitleid und Selbsthass folgen. Vor allem aber kämpfen sie mit Männlichkeitsbildern, die trotz des Zeitenwandels erstaunlich unverändert bleiben oder, bereits totgeglaubt, plötzlich wiederauferstehen.

Eindringlich und im Wechsel von chorischen und dialogischen Szenen zeigt Ajax, wie sehr wir den Blick auf die Vergangenheit brauchen, um unsere Zukunft klüger zu gestalten.
 

Uraufführung
28.10.2023 Staatsschauspiel Dresden (Regie: Jan Gehler)

Auftragswerk für das Staatsschauspiel Dresden

Für Ajax erhielt Thomas Freyer 2023 das Harald Gerlach-Literatur-Stipendium der Kulturstiftung des Freistaats Thüringen.

Stück-Abdruck in Theater der Zeit 01/2024

Die Aufführungsrechte für Amateur- und Schultheater stehen leider nicht zur Verfügung.

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