Einladungen zum Theatertreffen 2023 für «Nora» und «Kinder der Sonne»

Wir freuen uns über die Einladung von «Nora», ein Thriller von Sivan Ben Yishai, Henrik Ibsen, Gerhild Steinbuch, Ivna Žic, (Münchner Kammerspiele, Regie: Felicitas Brucker) und «Kinder der Sonne» von Maxim Gorki in der Übersetzung von Ulrike Zemme (Schauspielhaus Bochum, Regie: Mateja Koležnik) zum diesjährigen Theatertreffen!

Szenenfoto aus "Nora"
© Armin Smailovic / Münchner Kammerspiele

Henrik Ibsens Theaterthriller Nora regte immer wieder große Künstler:innen wie Elfriede Jelinek oder Rainer Werner Fassbinder zu einer Auseinandersetzung an. An den Münchner Kammerspielen intervenieren mit Sivan Ben Yishai, Gerhild Steinbuch und Ivna Žic nun drei wichtige Dramatikerinnen der Gegenwart in das Stück und befragen die Ikone Nora für unsere Zeit neu. Die Inszenierung nutzt die Nora-Übersetzung von Hinrich Schmidt-Henkel

«Gerhild Steinbuch gibt Nora vor allem am Ende eine sehr heutige – und sehr wütende Stimme: ‹Das bin ich / Nora die zwei Meter aus sich rausfährt sich von oben zusieht / Nora die endlich kapiert was das sein muss / Scham / Nora die sich nicht mehr ertragen kann / Nora die die ganze alte Welt aus sich rauskotzt› … Ein dichtes Kammerspiel einer Tragödie, die darauf fußt, dass eine Frau nie mehr sein konnte oder sollte als ein Accessoire ihres Mannes. Katharina Bach spielt diese Nora wie einen ruhenden Vulkan, unter dessen Oberfläche es aber gewaltig brodelt. Und der irgendwann genauso gewaltig explodiert.» (Die deutsche Bühne)

«Von Gerhild Steinbuch stammen exzessive, radikale, fiebertraumartige Textsequenzen, die in treibendem Rhythmus auf die infernalisch kompromisslose Eskalation der Wut zujagen, die doch eigentlich nur eines ist: ein Widerschein der Vereinzelung, ein Ausdruck für die Einsamkeit einer Unangepassten … All diese Narrative verdichten Felicitas Brucker und ihre kraftvoll changierende Hauptdarstellerin Katharina Bach zu einem tickenden Thriller, einem unruhigen Trip in die das freie Weite suchende, doch in die Enge getriebene Psyche Noras, die dem von allen Seiten aufgebauten Erwartungsdruck immer weniger standhalten kann.» (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
 

 

Maxim Gorki entwirft in Kinder der Sonne die tragikomische Bestandsaufnahme einer zutiefst gespaltenen Gesellschaft, die sich neu erfinden muss, wenn ihre Tage nicht gezählt sein sollen. 

«Mateja Koležnik aus Slowenien ist für ihre psychologisch präzisen Inszenierungen bekannt. Am Schauspielhaus Bochum gelingt ihr ein atmosphärisch feinsinnig entwickeltes Gesellschaftsstück, das nicht in Figurentableaus schwelgt, sondern jede einzelne Rolle beleuchtet, um die persönliche Dimension politischer Veränderungen spürbar zu machen.» (Westfälischer Anzeiger)

«Das Casting ist so perfekt, dass geradezu jede einzelne Rolle noch einen Tick besser, dynamischer oder raffinierter besetzt ist, als man es sich beim Lesen vorstellt. Und das kriegt natürlich nicht jedes Theater hin.» (Nachtkritik) 

Das Theatertreffen findet vom 12. bis 28. Mai 2023 statt. Der Spielplan erscheint am 14. April.