«BOMB» von Maya Arad Yasur beim Heidelberger Stückemarkt

Beim 41. Heidelberger Stückemarkt ist «BOMB. Variationen über Verweigerung» von Maya Arad Yasur in der Inszenierung vom Theater Lübeck (Regie: Sapir Heller) für den Nachspielpreis nominiert.

Szenenfoto (c) Stefan Loeber
© Stefan Loeber

Maya Arad Yasur verknüpft in BOMB drei individuelle Geschichten und schafft damit ein vielstimmiges Panorama des Schreckens, für das es eigentlich kaum Worte gibt: «Psychisch zerrüttete Kinder als Kollateralschaden des Krieges, Gewalterfahrungen, die sich bis in die nächste Generation fortsetzen, und ein Kunstdiskurs, der nur zynisch sein kann vor dem Hintergrund dieser Realität.» (WDR 5)

«Beeindruckend ist an diesem Abend das dynamische und virtuose Spiel des Ensembles mit Sprache … Ein unsichtbarer Drang, selbst die schrecklichsten Handlungen gegen den eigenen Willen weiterzuerzählen, bringt den Ball immer wieder ins Rollen. Dabei entlarven der Enthusiasmus und die Effekthascherei, die in den beinahe berichthaften Ausführungen zu Tage treten ... den teils pietätlosen Umgang vieler Medien mit menschlichen Schicksalen … Durch spannende metaphorische Setzungen und eine immense Spielfreude gelingt es dem Team, die Stärken von Maya Arad Yasurs Text herauszukitzeln und dessen intelligenten dramaturgischen Bau sogar zu potenzieren.» (Theater der Zeit) 

«Sapir Hellers Lübecker Inszenierung macht sehr deutlich, dass es dem Text nicht per se um die Kriegsgeschichten selber geht, sondern fast mehr noch um genau diese Frage: Ob Kunst mit ihrer wesenseigenen Artifizialität vor der existenziellen Dringlichkeit des Kriegs-Themas nicht versagen muss.» (Die deutsche Bühne)

«Der Text überrollt das Publikum als wogende Fläche, in der sich Erzählfetzen und Stimmen wie im Kaleidoskop immer neu zusammensetzen … So entstehen und vergehen die Figuren in Möglichkeiten von Wirklichkeit, entpuppt sich das Stück als eine Übung im fortgesetzten Erfinden, in dem das Ensemble zu einer Art Drehbuchschreiber des Krieges wird.» (Kieler Nachrichten)

«Es ist eine Mischung aus Sinfonie und Netflix-Serie … eine tragikomische Erzählung darüber, dass Krieg eine zwanghafte Notwendigkeit im System des Menschen ist, vielleicht auch des kapitalistischen Systems.» (Deutschlandfunk Kultur)

«Was ist Vorstellung? Was ist Wahrheit? Was ist Fakt? Was ist Fiktion? Diese Unschärfe im Blick ist unglaublich spannend.» (Deutschlandfunk) 

BOMB wurde am 8. Februar 2020 in der Übersetzung von Matthias Naumann am Schauspiel Köln uraufgeführt (Regie: Lily Sykes). 
 

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BOMB

Drei Menschen, deren Schicksal durch den Krieg vereint ist. Eatherly, ein Pilot der Luftwaffe, verweigert den Befehl, eine Schule zu bombardieren, in der Zivilisten sterben würden. Er wird sein Flugzeug nie wieder besteigen. Ein Junge dokumentiert mit der Kamera seines toten Vaters das Kampfgeschehen und erfüllt ihm damit seinen letzten Wunsch: Das Grauen für die Ewigkeit festzuhalten. Die Aufnahmen werden ihn später berühmt machen, genau wie Naomi, deren Vater als Soldat nur durch einen Zufall einen Luftangriff überlebt. Auch sie sucht in der Kunst einen Ausdruck für die Spuren, die der Krieg in ihr hinterlassen hat.

Maya Arad Yasur verknüpft drei individuelle Geschichten und schafft damit ein vielstimmiges Panorama des Schreckens, für das es eigentlich kaum Worte gibt: «Psychisch zerrüttete Kinder als Kollateralschaden des Krieges, Gewalterfahrungen, die sich bis in die nächste Generation fortsetzen, und ein Kunstdiskurs, der nur zynisch sein kann vor dem Hintergrund dieser Realität.» (WDR 5)
«Es ist eine Mischung aus Sinfonie und Netflix-Serie … eine tragikomische Erzählung darüber, dass Krieg eine zwanghafte Notwendigkeit im System des Menschen ist, vielleicht auch des kapitalistischen Systems.» (Deutschlandfunk Kultur)
«Arad Yasur schreibt lebendig, klar, berührend. Ihre Charaktere sind ambivalent, deren Geschichten komplex verschränkt.» (Nachtkritik)
«Was ist Vorstellung? Was ist Wahrheit? Was ist Fakt? Was ist Fiktion? Diese Unschärfe im Blick ist unglaublich spannend.» (Deutschlandfunk)

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