Effis Nacht

1D

Theodor Fontane lässt Effi Briest als junge Frau sterben. Effis Vorbild hingegen, Elisabeth (Else) Baronin Ardenne, geb. Edle und Freiin von Plotho-Zerben, kam zur Welt neun Jahre bevor Bismarck preußischer Ministerpräsident wurde und starb 1952, im Alter von neunundneunzig, als Adenauer schon drei Jahre Kanzler war. Ehebrecherin wie Effi und wie sie nach dem Duell zwischen Mann und Liebhaber geschieden, von der Familie verstoßen und mittellos, ist Else --von Ardenne Krankenschwester geworden. In dieser Nacht des Kriegsjahres 1943, "ihrem fünften Krieg", wacht sie in Lindau am Bodensee am Bett eines Schwerverwundeten, den Hitlers Wehrmacht zum Sterben nach Hause entlassen hat. Und als sei sie es, die stirbt, lässt sie ihr Leben an sich vorüberziehen, von der weit zurückliegenden privaten Katastrophe bis zur gegenwärtigen ihres Vaterlandes. Hochhuths Bühnenmonolog für eine große alte Dame des Theaters "beleuchtet das Zeitalter, dessen Zeuge dieser Mensch war".

Rolf Hochhuth

Rolf Hochhuth

Rolf Hochhuth (*1931 in Eschwege) war Buchhändler und Verlagslektor. Seit 1963 lebt er als freier Autor in Basel und Berlin und leitete mit seinem Verfahren, historische Individuen in präzise recherchierten Situationen zu zeigen, eine Welle des ...

alle Stücke von Rolf Hochhuth

Textbuch anfordern

Bitte melden Sie sich an. Wenn Sie noch keine Zugangsberechtigung haben, können Sie sich hier registrieren.

U: 15.5.1998 Prinzregententheater München (R: August Everding)