Irrwald – Ein Stück aus Rumänien

(Mad Forest – A Play from Romania)
Deutsch von Eva Walch
4D / 7H

Wo heute Bukarest steht, befand sich einst ein undurchdringlicher Wald: der »Irrwald«, der bei Churchill symbolhaft für den Zustand eines Landes zwischen Revolution und Systemwechsel steht. Am Beispiel zweier Familien werden die Ereignisse rund um den Sturz des rumänischen Diktators Ceau?escu im Dezember 1989 durchgespielt. Trotz unterschiedlicher sozialer Schichten verbindet die Familien ein Netz aus Abhängigkeiten, das sie zugleich voneinander trennt. Die allgemeine Euphorie über die Befreiung von der Diktatur erscheint anfangs noch grenzenlos, doch schon bald entsteht durch das neue Machtvakuum ein Nährboden für Misstrauen, Verdächtigungen und Fremdenfeindlichkeit. Tote und Untote mischen sich unter die Lebenden, stiften Unheil und schüren Ängste in der Bevölkerung – ein Umbruch in den Köpfen hat noch lange nicht stattgefunden. Rufe nach ethnischer Säuberung werden laut, und in einer finalen Hochzeit entladen sich Hass und Brutalität.

Irrwald entstand unmittelbar nach der rumänischen Revolution: Gemeinsam mit einer Gruppe von Schauspielstudenten besuchte Caryl Churchill Bukarest und recherchierte vor Ort. Entstanden ist ein Stück mit schnellen Szenen zwischen Fiktion, Dokumentation und surrealistischer Verfremdung, »das getragen wird von einem untrüglichen Gespür für das ‚normale’ Leben vor dem Hintergrund der Geschichte. Mit Anklängen an Brechts Furcht und Elend des Dritten Reiches entwickelt sich ein zugleich individuelles und allgemeines Narrativ.« (Independent on Sunday)

»Churchill enthält sich der politischen Wertung. Stattdessen imaginiert sie schlaglichtartig und immer wieder brillant die Stimmung eines Landes nach dem Umsturz.« (The Guardian)

»Irrwald ist rasant, poetisch und in seiner Dringlichkeit mitreißend.« (The Observer)

Caryl Churchill

Caryl Churchill

Caryl Churchill, 1938 in London geboren, studierte in Oxford englische Literatur und begann früh mit dem Schreiben, anfangs für Radio und Fernsehen, dann mehr und mehr für die Bühne. 1974 wurde sie als erste Frau Hausautorin am Londoner Royal Court ...

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U: 10.10.1990 Royal Court Theatre, London (Regie: Mark Wing-Davey)

DSE: 09.02.2002 dieTheater Künstlerhaus, Wien (Regie: Günther Treptow)