Die zehn Gebote

5D / 8H, Doppelbesetzungen möglich

Es ist Krieg. Auf beiden Seiten der Schützengräben werden Gottesdienste abgehalten, Gebete gesprochen und Hymnen gesungen, um sich der göttlichen Unterstützung für die eigene – natürlich gerechte – Sache zu vergewissern. Gleichzeitig kämpft jeder mit allen Mitteln ums Überleben und den eigenen Vorteil. Vor dem Hintergrund der Belagerung Leningrads durch die Deutschen im Zweiten Weltkrieg fragen Feridun Zaimoglu und Günter Senkel nach dem Stellenwert fundamentaler moralischer und christlicher Grundsätze in Zeiten von Hunger und Gewalt. Was bedeuten Gebote wie «Du sollst nicht töten», «Du sollst nicht ehebrechen» oder «Du sollst deines Nächsten Hab und Gut nicht begehren» noch, wenn um einen her­um alles aus­ein­ander­fällt? Wenn es nicht einmal mehr Ratten zu essen gibt und alte Frauen beim Pflaumenpflücken erschossen werden, damit nicht der Feind von dem Obst profitiert? Wechselnd zwischen der russischen und der deutschen Perspektive, zwischen Kämpfern und Daheimgebliebenen, entwerfen Zaimoglu und Senkel eine beeindruckende, düstere Szenenfolge, in der inmitten von Grausamkeit, Selbstsucht und Gleichgültigkeit nur hin und wieder ein Funken Fürsorge und Menschlichkeit zu entdecken ist.

Feridun Zaimoglu

Feridun Zaimoglu

Feridun Zaimoglu, geboren 1964 im anatolischen Bolu und aufgewachsen in Deutschland, studierte Kunst und Humanmedizin.1995 erschien sein erster Roman Kanak Sprak, gefolgt von Abschaum (1998), Koppstoff (1999, alle Rotbuch), Liebesmale, scharlachrot ...

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Günter Senkel

Günter Senkel

Günter Senkel wurde 1958 in Neumünster geboren. Ende der Siebziger trieb er sich abwechselnd als Wehrkraftzersetzer bei der Bundeswehr und auf dem Bauplatz in Brokdorf herum. Unter anderem arbeitete er als Plakatierer, Speditionskraftfahrer und ...

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U: 15.04.2016 Theater Kiel (Regie: Annette Pullen)