Liquidation

Bühnenfassung von Stephanie Mohr und Michael Billenkamp
(Felszámolás)
Deutsch von Deutsch von Laszlo Kornitzer und Ingrid Krüger
1D / 4H

Spätnachts auf einer Silvesterfeier im kommunistischen Ungarn spielt man Lagerpoker – statt Geld, das keiner hat, setzt jeder Spieler den Namen des Lagers, in dem er inhaftiert war. Der Schriftsteller B. steigt vorzeitig aus: Sein Trumpf ist unschlagbar, ist er doch 1944 in Auschwitz geboren. Gegen jede Wahrscheinlichkeit entkommt er dem Tod im Nationalsozialismus, die folgende Diktatur überlebt er aus einem trotzigen inneren Widerstand heraus: Selbstmord unter diesen Umständen wäre Desertion. 1990 jedoch, nach der Wende, als es nichts mehr gibt, wogegen es sich zu überleben lohnt, bringt er sich um. In seinem Nachlass stößt sein Freund und Lektor Keserü auf ein Theaterstück, Liquidation, das mit unheimlicher Genauigkeit vorhersieht, wie seinen Freunden in der ­neuen, scheinbaren Freiheit Sinn und Zusammenhalt verlorengehen. Was Keserü nicht findet, obwohl er verzweifelt danach sucht, ist das Manuskript von B.s großem nachgelassenen Roman, das Werk, von dem er hofft, dass es ihm erlauben wird weiterzuleben. Überzeugt davon, dass B. das Manuskript seiner Ex-Frau Judit übergeben hat, bedrängt er sie heftig – und zerstört damit das kleine private Glück, das sie sich trotz B.s Negation des Lebens endlich erkämpft hatte.

Imre Kertész

Imre Kertész

Imre Kertész, 1929 in Budapest geboren, wurde 1944 nach Auschwitz deportiert und 1945 in Buchenwald befreit. Nach Kriegsende arbeitete er zunächst als Journalist, ab 1953 dann als freier Schriftsteller und Übersetzer in Budapest. Mit seinem Roman ...

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DSE: 14.11.2014 Schauspiel Frankfurt (Regie: Stephanie Mohr)

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Liquidation beim Rowohlt Verlag