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«Heldendämmerung» - Thomas Melles «König Lear»-Bearbeitung erstaufgeführt

01.10.2019 – Am 28. September wurde an den Münchner Kammerspielen Thomas Melles Übersetzung und Bearbeitung von König Lear erstaufgeführt und begeisterte Publikum wie Kritik.

«So wie in dieser Spielzeiteröffnung der Münchner Kammerspiele hat man die Tragödie von König Lear noch nicht gesehen. So jung noch nicht, nicht so witzig und nicht so entschlossen in die Gegenwart und ihre hitzigen Debatten gestemmt.» (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

«Ein Sprachartist ist an Bord, dessen Kunst alles andere fast noch überstrahlt: Thomas Melle hat eine ebenso heutige wie die Tradition bewahrende Überschreibung von Shakespeares Vorlage geliefert, die den Spielern auf der Bühne alle Türen aufmacht … Radikal ins Hier und Jetzt übertragen, spannt sein Lear den Bogen zu Debatten über das Ende der patriarchalen weißen Macht, zur Klimabewegung.» (Frankfurter Rundschau)

«Goneril und Regan, König Lears garstige Töchter, [räumen] radikal auf mit dem patriarchalischen System. Am Ende konstatieren sie: ‹Jetzt ist endlich alles möglich.› Das hat ihnen Thomas Melle so geschrieben, der Shakespeares Tragödie in einen harten, klugen und aufregenden Geschlechter- und Generationenkampf-Thriller verwandelte, den Stefan Pucher inszenierte, als wäre sein fabelhaftes Ensemble eine verschworene Punk-Band ... [Melle] bleibt dabei erstaunlich nah am Stück, verleiht ihm eine harte Sprache, in der Shakespeares Poesie sogar noch erspürbar ist, auch wenn die Figuren völlig ungefiltert aufeinander prallen.» (Süddeutsche Zeitung)

«Es ist immer auch eine Ironie dabei, ohne allerdings den ernsthaften Kern dieser sehr einleuchtenden Neusicht auf den alten Lear auch nur einmal zu verraten.» (Deutschlandfunk Kultur)

«Thomas Melle hat nicht nur neu übersetzt, hat das Stück nicht nur für unser Sprachgefühl geschmeidig gemacht, sondern auch Figuren und Szenen gestrichen und Handlungsstränge konzentriert. Gleichzeitig bleibt aber Shakespeares illusionsarme Weltsicht vollständig erhalten und wird mit Puchers Inszenierung in eine Zeit der immer unschärfer werdenden Feindbilder und bröckelnden politischen Gewissheiten aktualisiert.» (Abendzeitung)

«Melles Heldendämmerung strahlt ziemlich hell am Theaterhimmel.» (SWR2)