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«Geistreiche Wissenschaftsfarce» – «Spin» von David Gieselmann uraufgeführt

16.09.2019 – Am 12. September 2019 wurde Spin von David Gieselmann am Theater Bielefeld uraufgeführt (Regie: Christian Schlüter).

Das «Stück, das sich im Kern um die Erschaffung einer Humanoidin drehte, erwies sich mehr und mehr als geist- und anspielungsreiche Farce zum Thema Größe und Grenzen Künstlicher Intelligenz … Ob Kunstmarkt oder Literaturbetrieb, Geheimdienst oder Sekte – bei Gieselmann bekommen alle ihr Fett weg und kreisen in Jürgen Höths raffinierter Bühnenskulptur wie in einer Endlosschleife ihrer eigenen Irrtümer und Uneinsichtigkeiten … Brauchen wir Künstliche Intelligenz, um unser wahres Menschsein wiederzuentdecken? Schlüter und Gieselmann geben in ihrem unterhaltsamen, viele gut gezielte Seitenhiebe verteilenden Gesellschaftstück, keine Antworten. Aber sie stellen die richtigen Fragen.» (Neue Westfälische)

«Das Publikum hatte Spaß und die sieben Schauspieler sichtbar auch. Und das bei einem Stück, das sich mit Künstlicher Intelligenz beschäftigt. Das allein ist schon ein kleines Wunder, das Autor David Gieselmann mit Spin gelungen ist … [Und] das Stück wirft durchaus Fragen auf. Was sind Gefühle, und kann ein Cyborg Gefühle haben? Ist ein Roboter, der aussieht wie ein Mensch, auch menschlich? Oder macht er vielmehr Angst?» (Westfalen-Blatt)

«Gieselmann erzählt mit der Geschichte von der Schöpferin und ihrem Geschöpf von einer doppelten Menschwerdung. … Damit kreisen Stück und Inszenierung um jene Frage, die schon Philip K. Dick mit seinem Roman Träumen Androiden von elektrischen Schafen? gestellt hat. ‹Was ist der Mensch?›, heißt es in der letzten Szene von Spin. Dass Gieselmann darauf keine eindeutige Antwort gibt, ist die Stärke dieser Farce.» (Nachtkritik)