10​/09

Neu im Programm: Alice Birch

10.09.2019 – »Birch hat eine bemerkenswerte Gabe, die dramatische Form neu zu erfinden.« (The Guardian)
 
Alice Birch ist eine der wichtigsten und interessantesten Stimmen der englischen Gegenwartsdramatik. 2018 erhielt sie für Anatomie eines Suizids den Susan Smith Blackburn Preis für englischsprachige Dramatikerinnen, für den sie bereits 2012 und 2015 (für Revolt. She Said. Revolt Again.) nominiert war. Beide Stücke liegen beim Rowohlt Theater Verlag jetzt in deutscher Übersetzung vor.
 
Anatomie eines Suizids führt drei Frauengenerationen, verbunden durch ein gemeinsames Trauma, auf einer Bühne zusammen. Wie die Stimmen einer Partitur lässt Alice Birch sie sich ineinander spiegeln und einander fortschreiben, eine Fuge, in der durch die Trauer auch der Humor – und zum Schluss vielleicht Hoffnung - scheint.
»Birchs Dialoge sind voll beiläufiger Komik, ohne sich je ganz zu erklären. Wir erfahren nie die ganze Geschichte, nur kurze Einblicke in Mut, Brillanz und unvorstellbare Trauer, während wir die Leben der einzelnen Frauen besuchen und wieder verlassen. Ein beunruhigender Wachtraum über ein Vermächtnis, und darüber, wie Erlösung aussehen könnte.« (The Sunday Times)
 
In Revolt. She Said. Revolt Again. stellt Alice Birch zunächst fröhlich-subversiv die etablierten Machtverhältnisse der Geschlechter auf den Kopf. Doch je weiter das Stück fortschreitet, desto mehr Ernüchterung schleicht sich ein, laufen sich die feministischen Strategien tot, bis am Ende nur noch eine Wahl bleibt: Resignation oder Revolution.
»Obwohl die Leidenschaft und der Zorn, auf die der Text sich stützt, offensichtlich sind, behält das Stück durchgehend eine spielerische Leichtigkeit, bleibt in der Schwebe zwischen Witz und Wut.« (The Daily Telegraph)