28​/05

»Hass, lass nach« – »Hass-Triptychon« von Sibylle Berg uraufgeführt

28.05.2019 – Am 24. Mai 2019 wurde bei den Wiener Festwochen, in Koproduktion mit dem Maxim Gorki Theater Berlin, Hass-Triptychon oder Wege aus der Krise von Sibylle Berg in der Regie von Ersan Mondtag uraufgeführt.
 
»Thema von Bergs Text ist der Hass, der die Gesellschaft durchdrungen hat, vornehmlich eine abgestiegene Mittelschicht, weil man ihr etwas genommen hat: den Job, das soziale Miteinander, den Sex, die Zukunft, die Familie, die Kindheit, den Urlaub in der Provence. Aber es wäre nicht Sibylle Berg, würde dieser Kritik am Spätkapitalismus nicht auch eine geballte Ladung Zynismus innewohnen. Denn die Selbstbejammerung führt zu einer provokanten Therapie: Terror, alles niederballern! Üblicherweise werden Opfer- und Außenseiterrollen am Theater kultiviert, hier werden sie herausgefordert … ›Hass, lass nach!‹, wünscht man sich. Aber die Finstergöttin Sibylle Berg weiß es besser.« (Der Standard)
 
»Benny Claessens führt als Master of Desaster, bei Berg ›Hassmaster‹ genannt, mit divenhafter Süffisanz durch den Abend … Ein so übertrieben depressives Verarmungs- und Verödungstheater, dass es in der Gesamtanmutung nicht denunziatorisch, sondern schön böse zugespitzt ist … Alles läuft, das ist die schwarze Pointe des Stücks, auf eine Entladung durch Gewalt hinaus: den Amoklauf der Aussortierten.« (Süddeutsche Zeitung)