Waldemarwolf

1D / 2H, alternativ: 2D - 2H

Nach dem Tod der Eltern hat sich Cornelius vom Land in die Stadt begeben, zum Lernen oder zumindest zum Leben. An Arbeit ist erst mal nicht zu denken, mit zu viel Neuem und Erstaunlichem sieht sich der junge Träumer konfrontiert. Allem voran mit der schön-schrägen Die Mine, die genauso wenig in der Wirklichkeit zu Hause ist wie er. Und Boy Hornbach ist völlig unnötigerweise auch noch da, als schlechtester bester Freund, fragwürdiger Künstler und ewiger Antipode. Dass Die Mine zufällig immer wieder in Boy Hornbachs Bett aufwacht, verstärkt nur Cornelius' Eindruck, dass es ganz schön unübersichtlich zugeht in der Welt und nicht immer fair. Die Tiefseefische, die im Aquarium ihre unendlichen Kreise ziehen, sind da von seltener Beständigkeit. Den Wolfsbarsch hat er Waldemar genannt, auch wenn das Cornelius etwas unpassend für einen Fisch erscheint. Es braucht schon das resolute Fräulein Schneider, angehende Tierärztin auf Stippvisite in der großen Stadt, um alle Ungerechtigkeit, die an ihrem Cornelius begangen wurde, zu rächen und die Situation mit ein paar drastischen Maßnahmen geradezurücken. Dazu gehört allerdings auch, dass sie den Held, der keinem Fisch etwas zuleide tun könnte und so hilflos durch sein Leben plätschert, zurück in die Heimat mitnimmt und ihm eine solide Biographie verordnet.

Mit Cornelius Krebs hat Michel Decar einen Protagonisten geschaffen, der so gar nicht dem Bild des jungen Rebellen entspricht. Vorsichtig suchend erschließt er sich die Welt und bleibt dabei bis zuletzt im besten Sinne unbelehrbar.

Michel Decar

Michel Decar

Michel Decar wurde 1987 in Augsburg geboren. Er studierte an der LMU München und anschließend Szenisches Schreiben an der UDK Berlin. Für Jonas Jagow wurde er 2012 mit dem Förderpreis für neue Dramatik des Stückemarkts im Rahmen des Berliner...

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U: (in spanischer Sprache) 22.08.2013 Casa para la Formación y Divulgación de las Artes, Bogotá, Kolumbien (Regie: Laura Jimenez)

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