Ulrike Maria Stuart

Besetzung variabel, mindestens 5 Darsteller/innen

Zwei Königinnen streiten um die Hoheit des Diskurses. Elfriede Jelineks Stück lässt Schillers Maria Stuart und Elisabeth I. als Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin neu aufeinander treffen. Vereint nur noch im Widerspruch, zweifelnd die eine (Ulrike/Maria), von der Notwendigkeit des eigenen Tuns unbeugsam überzeugt die andere (Gudrun/Elisabeth), rufen sie noch einmal die Geschichte der RAF auf, die 1977, vor bald 30 Jahren, im Deutschen Herbst ihren blutigen Höhepunkt fand. Was trieb sie damals in den Untergrund? Wohin hat der bewaffnete Kampf geführt? Beide Frauen spuken als Un-Tote durch verschiedene historische Zeiten, die ihnen keine Ruhe lassen. Ein Reizpunkt ihrer Auseinandersetzung ist der Mann, das Kind, Andreas (Baader) – „Baby“, wie Gudrun ihn gerne nennt. Bohrender jedoch ist die Frage, ob sie nicht alle Produkte einer Ideologie waren und bis heute sind, die den Blick verengte bis zum Wirklichkeitsverlust.

Elfriede Jelinek

Elfriede Jelinek

Elfriede Jelinek (*1946, aufgewachsen in Wien) erhielt bereits früh eine umfassende musikalische Ausbildung. 1960 begann sie am Wiener Konservatorium Klavier und Komposition zu studieren, anschließend, nach dem Abitur 1964, Theaterwissenschaft und...

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U: 28.10.2006 Thalia Theater Hamburg (Regie: Nicolas Stemann)

Übersetzungen

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Schwedisch