Strahlende Verfolger.

Besetzung variabel

Deutschland ist eine Exportnation, verschifft jedoch nicht nur Ware in die Welt, sondern ebenso gern das Wahre, was für die anderen nicht immer schön und gut ist. Hatten sich die Deutschen in Elfriede Jelineks Wolken.Heim. (1990) nicht von zu Hause fortbewegt und waren am Schluss zum Wald geworden, schwärmen sie nun in Strahlende Verfolger. aus und richten den Scheinwerfer ihrer Vernunft bis in die hintersten, dunklen Ecken, aktuell vorzugsweise in Europa, wo niemand mehr zahlt als die Deutschen, niemand aber auch mehr Geld verdient. Kaum sind sie in der Fremde angekommen, werden sie dort bisweilen heimischer als daheim, vermessen gründlich unbekannten Grund und erweitern die Grenzen ihres Spielraums, um darin zügig Ernst zu machen.
Ausgehend von Geschichten deutscher Auswanderer im 19. Jahrhundert, die sich im neuen Land sofort selbstbewusst als Einwanderer begriffen, hat Elfriede Jelinek einen so bitterbösen wie umwerfend komischen Text über deutsche Wertarbeit, deutschen Größenwahn und das deutsche Wesen an sich geschrieben: ganz besonders dessen berüchtigte Tiefe, in die man leicht hineinfällt.

Elfriede Jelinek

Elfriede Jelinek

Elfriede Jelinek (*1946, aufgewachsen in Wien) erhielt bereits früh eine umfassende musikalische Ausbildung. 1960 begann sie am Wiener Konservatorium Klavier und Komposition zu studieren, anschließend, nach dem Abitur 1964, Theaterwissenschaft und...

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U: 20.09.2014 Deutsches Schauspielhaus Hamburg (Regie: Karin Beier)