Rein Gold

Ein Bühnenessay
Besetzung variabel

Ausgehend vom großen Dialog zwischen Göttervater Wotan und seiner Lieblingstochter Brünnhilde im dritten Akt der Walküre, rollt Elfriede Jelinek die Geschehnisse in Richard Wagners monumentalem Ring-Zyklus noch einmal neu auf und verlängert sie in unsere Gegenwart. Dreh- und Angelpunkt bildet dabei die Bedeutung von Gold und Geld, nach denen alles drängt und die so gut wie alle Handlungen vorantreiben. Ihre umfassende Wirkungsmacht reicht vom Kampf um den Nibelungenschatz in mythologischer Vorzeit über Karl Marx’ Thesen in Das Kapital, das fast parallel zu Wagners Ring entstand, bis hin zur heutigen Bankenkrise. Ganz nebenbei gelingt Jelinek zudem eine Mentalitätsgeschichte der Deutschen, die an eines ihrer wichtigsten Werke anschließt, Wolken.Heim. In einem weitverzweigten Assoziationsstrom und zugleich stets nah dran an Wagners Originaltext streift sie in Rein Gold tagespolitische Phänomene wie das fragwürdige Finanzgebaren von Bundespräsidenten oder die brutalen Morde der Zwickauer Nazi-Terrorzelle, knüpft überraschende Querverweise und Zusammenhänge und kehrt doch immer wieder zu ihrem Leitmotiv zurück: der Geburt des Kapitalismus aus dem Geist eines Erlösungswahns.

Rein Gold entstand auf Anregung der Bayerischen Staatsoper und wurde erstmals in einer Urlesung am 1. Juli 2012 am Münchner Prinzregentheater präsentiert (Regie: Nicolas Stemann).

Elfriede Jelinek

Elfriede Jelinek

Elfriede Jelinek (*1946, aufgewachsen in Wien) erhielt bereits früh eine umfassende musikalische Ausbildung. 1960 begann sie am Wiener Konservatorium Klavier und Komposition zu studieren, anschließend, nach dem Abitur 1964, Theaterwissenschaft und...

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U: 09.03.2014 Staatsoper unter den Linden, Berlin (Regie: Nicolas Stemann)