Auf der Folie des antiken Mythos seziert Kane in knappen emblematischen Szenen die Gefühlskälte und latente Todessehnsucht der Moderne. Phaidra, die Frau von König Theseus, zerbricht an ihrem brennenden Begehren nach ihrem Stiefsohn Hippolytos, denn Hippolytos liebt nicht, Hippolytos hat Sex, wahllos und desinteressiert. Auch mit Phaidra, die sich ihm hingibt, verzweifelt, bedingungslos. Seine Gleichgültigkeit treibt sie in den Selbstmord, an dem sie ihm die Alleinschuld gibt. Vom aufgebrachten Volk wird Hippolytos bestialisch hingerichtet, und im Schmerz der Folter erfährt er sich glücklich und befreit erstmals als Mensch. Eine Gratwanderung zwischen Erschütterung und abgründiger Komik, "schmutzig, beunruhigend, gefährlich." (The Observer)
Sarah Kane (geb. 1971 in der Grafschaft Essex; gestorben 1999 in London) studierte an den Drama Departments der Universitäten Bristol und Birmingham. Die Uraufführung ihres Debütstücks Zerbombt wurde in England zu einem Skandal und etablierte Kane...
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