Mao und ich

2D / 3H, größere Besetzung möglich

Ein Kongresshotel in der chinesischen Millionen­­stadt Chongqing. Ruth und Marek, seit vielen Jahren ausdrücklich kein Paar, sollen hier Vorträge über internationalen Kulturaustausch halten. Doch ausgerechnet in der Fremde begegnen die zwei Westeuropäer hauptsächlich sich selbst – wenn auch einem anderen Selbst, als sie es vermutet hätten. Ruth erhält Einblicke in die Vergangenheit ihres Ehemanns, die eher zu neuen Fragen als zu Antworten führen, während Marek unverhofft auf seinen Stiefvater trifft, Lars, einen Globetrotter alter Schule. Dessen Abenteuer bilden einen fast demütigenden Kontrast zu Mareks eigenem ereignis­armen Leben, dem er sich bisweilen mit erfundenen Biographien entzieht. Noch weiß er dabei nicht, dass Lars ebenfalls ein paar Geheimnisse bewahrt. Für alle prallen fernab von zu­ Hause liebgewonnene Fiktionen auf eine ungewohnte Wirklichkeit, die ihrerseits immer irrealer wird und in der das Gefühl für Zeit und Raum verschwimmt.
Nicht ohne Grund nennt Ulrike Syha ihr Stück einen «Film für das Theater», denn eingeblendet in ihr konfliktgeladenes Kammerspiel und die lakonisch-sarkastischen Dialoge ist das wimmelnde Szenario einer global agierenden Metropole, deren Alltag keine Rücksicht auf Privates nimmt und rasant fortschreitet auf dem Weg ins 22. Jahrhundert.

Ulrike Syha

Ulrike Syha

geboren am 26.02.1976 in Wiesbaden, 1995 Abitur in Mainz, anschließend Jahrespraktikum am Staatstheater Darmstadt in der Saison 1995/96 – zuerst im Bereich Dramaturgie, dann als Regieassistentin. Ab Winter 1996 Dramaturgie-Studium an der Hochschule...

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U: 07.12.2013 Nationaltheater Mannheim (Regie: Ali M. Abdullah)