März, ein Künstlerleben

7D / 14H

Gescheitert an den Anforderungen der Leistungsgesellschaft, wird der Dichter Alexander März zum Verrückten erklärt und in eine psychiatrische Klinik abgeschoben. Seine Lebens- und Leidensgeschichte aber, von Kipphardt mit großer Sachkenntnis dargestellt, verwandelt sich zu einem kritischen Spiegel der Sozietät, die diesen Menschen verstört. Der Blick auf den Abweichenden und dessen verzweifelten Versuch, auf seinem Ich zu beharren, schärft die Sicht für die Fragwürdigkeit des so genannten Normalen. Das Sich-Einlassen auf den Wahnsinnigen und allmähliche Verstehen seiner Weltsicht provoziert die Frage, wer denn letztlich "verrückt" ist, abgerückt nämlich von der elementaren Sehnsucht nach einem humanen, nichtentfremdeten Dasein. Die März-Thematik hatte Kipphardt bereits als Film und als Roman bearbeitet; das Schauspiel nannte er selbst "die entschiedenste Ausprägung des Stoffes."

Heinar Kipphardt

Heinar Kipphardt

Heinar Kipphardt (*1922 in Heidersdorf/Schlesien, gestorben 1982 in München) studierte Medizin mit Fachrichtung Psychiatrie in Bonn, Köln, Königsberg, Breslau, Würzburg und Düsseldorf, wo er promovierte. Anschließend arbeitete er als Arzt, u.a. in...

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U: 16.10.1980 Düsseldorfer Schauspielhaus (R: Roberto Ciulli und Helmut Schäfer)