Herz so blau

Zwei Einakter
I. Herzens Lust - II. Kessel Blau
(Blue Heart I. Heart's Desire - II. Blue Kettle)
Deutsch von Bernd Samland
6D / 2H, I: 4D – 2H; II: 6D – 2H

»Ein grandioses Anti-Stück« (The New York Times) und »wahnwitziges Warte- und Wortspiel mit Hintersinn« (Der Spiegel): In Teil I, Herzens Lust, fiebert eine Familie der Rückkehr der erwachsenen Tochter entgegen und findet sich in einer Endlosschleife gefangen: Ständig wiederholt sich die Szene, nimmt dabei aber jedes Mal, oft schon nach wenigen Sätzen, ein anderes Ende … In Teil II, Kessel Blau, gibt sich ein Mann geschäftstüchtig als der verlorene Sohn aus, der einst zur Adoption freigegeben wurde – und das bei gleich mehreren Damen, deren Lebensläufe genügend Raum für plausible Erklärungen bieten. Beiläufig schleichen sich allerdings immer häufiger die Worte »blau« und »Kessel« in die Dialoge und ersetzen andere Begriffe …

»Herz so blau ist Churchills Idee einer polymorphen babylonischen Sprachverwirrung … Im ersten Teil reibt sich die Kommunikation am Nichtigen auf, verzerrt sich im Schnelldurchlauf. Was bleibt sind rhetorische Reste, Fetzen, Floskeln … In Teil 2 wird die Sprache vollends löchrig und hinterlässt weiße Flecken in der verbalen Konstruktion, bis zum hermeneutischen Ausbluten und einem am Ende nur noch stotternd-lallenden Konsonanten-Lippenbekenntnis. « (Theater heute)
»Churchill unterminiert unsere bürgerliche Selbstgewissheit, indem sie zeigt, dass jederzeit alles Mögliche passieren kann.« (The Washington Post)
»Brillant spielt sie mit theatralen Formen und verknüpft ihre zwei Einakter auch thematisch: Hier der Zusammenbruch einer Familie, die an die Grenzen der Darstellbarkeit getrieben wird, dort das Grassieren eines linguistischen Virus, der allmählich jedes Subjekt, Verb und Adjektiv erfasst … Wie Sprache unter emotionalem Druck kollabieren kann, zeigt Churchill so verstörend wie hoch komisch.« (The Independent)

Caryl Churchill

Caryl Churchill

Caryl Churchill, 1938 in London geboren, studierte in Oxford englische Literatur und begann früh mit dem Schreiben, anfangs für Radio und Fernsehen, dann mehr und mehr für die Bühne. 1974 wurde sie als erste Frau Hausautorin am Londoner Royal Court...

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U: 17.09.1997 Royal Court Theatre, London (Regie: Max Stafford-Clark)

DSE: 11.06.1999 Schauspiel Köln (Regie: Torsten Fischer)