Grosser Wolf

9H

"Wüst ist das Land, es ist Krieg. Das Land hat keine Städte und keine Landschaften mehr, es hat nicht einmal mehr einen Namen. Durchs Niemandsland irrt ein verlorenes Häuflein: eine Gruppe von Kindern und Halbwüchsigen, eine 'Kampfgruppe', in der jeder, logisch, nur noch einen Kampfnamen hat: Messer, Hübscher, Binde, Klumpe ... Eine Kindertragödie ist das Kriegsstück vom 'Großen Wolf', ein anderes 'Frühlingserwachen' - in einem Ödland, in dem es längst keinen 'Frühling' mehr gibt. Wüst ist die Welt, verwüstet die Sprache. Es ist eine eigenartige, ja einzigartige Mischung aus Kinder-Deutsch und Killer-Jargon, aus Kampf-Sprache und Kunst-Sprache, die Mueller entdeckt hat. Wörter wie Waffen, Wörter wie Trümmer auf einem Ruinenfeld ... Sprache, die nicht Stimmung macht, nichts erklärt; Sprache, die zuschlägt und blutet." (Die Zeit)

Harald Mueller

Harald Mueller

Harald Mueller (*1934 in Memel/Ostpreußen, nach dem Krieg aufgewachsen in Lütjenburg/Holstein) arbeitete als Bergmann, Hotelboy, Telefonist und Dolmetscher, bevor er 1955 seine Ausbildung zum Schauspieler begann und in München Literatur- und...

alle Stücke von Harald Mueller

Textbuch anfordern

Bitte melden Sie sich an. Wenn Sie noch keine Zugangsberechtigung haben, können Sie sich hier registrieren.

U: 7.3.1970 Münchner Kammerspiele (R: Claus Peymann)