Ein Schluck Erde

2D / 7H

"Alles, was Lust ist, ist lange her." Nach einer großen Flutkatastrophe herrschen die "Wisser" auf einer abgelegenen Insel über die "Kresten". Nahrung ist knapp und ein Schluck Erde eine Kostbarkeit. Der Konflikt beider Kasten spiegelt sich nicht zuletzt im Widerstreit der trockenen "Wisser"-Technokratensprache mit dem emotional geprägten Vokabular der "Kresten". Diese sind trotz Sanktionen und Strafen fähig zu Gefühlen des Mitleids, des Widerspruchs und der Sinnlichkeit. Sie verfügen über die "Mahne", eine Art Gewissen, das sie zu Taten echter Menschlichkeit anhält. Durch die "Möge" gelingt es den Kresten Dräs und Hack sogar, die Wisser Berlet und Simone zu bekehren, ein Akt, der die bisherige Gesellschaftsordnung nachhaltig ins Wanken bringt. Bölls erstes Theaterstück ist eine Abrechnung mit herrschenden Machtstrukturen, mit Repression und Menschenverachtung und einer wissenschaftlich verbrämten Lustfeindlichkeit.

Heinrich Böll

Heinrich Böll

Heinrich Böll (1917-1985) begann 1937 eine Buchhändlerlehre in Köln. In diese Zeit fielen auch erste schriftstellerische Versuche. Im Sommersemester 1939 begann er sein Studium der Germanistik und Altphilologie. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft...

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U: 22.12.1961 Düsseldorfer Schauspielhaus (R: Karlheinz Stroux)