Die Stühle des Herrn Szmil

6D / 10H

Kipphardt benutzt ein bekanntes Handlungsschema, frei nach Motiven des Romans Zwölf Stühle von Ilja Ilf und Jewgenij Petrow: Die Erbtante hat den Familienschmuck in einem von zwölf Stühlen versteckt, die inzwischen verschiedene Besitzer haben. Szmil, früher Baron und jetzt im sozialistischen Staat ein mürrischer Standesbeamter, macht sich auf die Jagd, allerdings erfolglos. Denn die Tante erfreut sich bester Gesundheit und hat den geldgierigen Neffen genarrt. Das konventionelle Schwank-Motiv dient hier einer politischen Satire, die neben den Fossilien des abgedankten Adels und Bürgertums auch Erscheinungen der sozialistischen Gesellschaft karikiert, letztere vor allem verkörpert durch Szmils unerwünschten Partner Kasch, einen intelligenten Hochstapler, der sich das Funktionärssystem zunutze macht und dessen Terminologie perfekt beherrscht.

Heinar Kipphardt

Heinar Kipphardt

Heinar Kipphardt (*1922 in Heidersdorf/Schlesien, gestorben 1982 in München) studierte Medizin mit Fachrichtung Psychiatrie in Bonn, Köln, Königsberg, Breslau, Würzburg und Düsseldorf, wo er promovierte. Anschließend arbeitete er als Arzt, u.a. in...

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U: 29.1.1961 Städtische Bühnen Wuppertal (R: Rudolf Wessely)