Die Kommandeuse

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Die Frau des Kommandanten vom KZ Buchenwald, Ilse Koch, galt nach Kriegsende als "meistgehasste Frau der Welt" (Newsweek), da eine Vielzahl der Lagerinsassen auf ihre Veranlassung hin, oft aus einer "Laune" heraus, umgebracht wurden. Unter Verwendung von Gerichtsprotokollen, Augenzeugenberichten und Selbstzeugnissen hat Cremer ein Einpersonenstück montiert, in dem Koch als Kunstfigur Einblick gewährt in das Innenleben einer Täterin. Schlaglichtartig wird die Biographie einer Frau erhellt, die inmitten des Schreckens die perfekte Familienidylle pflegt und für die die Vernichtung von Menschen das monatliche Einkommen sichert. Furchterregend erscheint dabei Kochs Durchschnittlichkeit, und es bedarf, so Cremers Ansatz, nur gewisser Umstände, damit jemand wie sie seine Zerstörungskraft voll entfalten kann.

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U: 17.3.1995 Kampnagel Hamburg (R: Johannes Kaetzler)

Übersetzungen

Dänisch