Die Dinge meiner Eltern

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Was macht ein Leben aus? Wie setzt es sich zusammen? Agnes steht im Haus ihrer verstorbenen Eltern. Allein, obwohl sie doch eigentlich vier Schwestern sind. Doch die anderen sind längst in alle Winde verstreut: Dallas, Hanoi, Philippinen, alle in leitender Position, alle unglaublich beschäftigt. Nur Agnes, freie Schauspielerin, ist in Deutschland geblieben, also soll sie auch – »Du hast doch wirklich alle Zeit der Welt!« – den elterlichen Haushalt auflösen. Hier sind die Schwestern aufgewachsen, hier haben die Eltern 60 Jahre lang gelebt. Und nun steht sie, den praktischen Ratgeber für eine erfolgreiche Haushaltsauflösung in der Hand, vor den Resten dieser Familiengeschichte und soll sortieren, entscheiden, wegwerfen. »Eine gute Liste macht alles einfach«, hat ihre Schwester Bärbel ihr noch geraten. Aber wie passt die Kuschelritze im Bett der Eltern auf eine Liste? Der Geruch von Mutters selbstgenähtem Morgenmantel? Das Bücherregal, vor dem die Mutter die zehnjährige Agnes unvermittelt fragte, bei wem sie im Fall einer Scheidung (von der dann nie wieder gesprochen wurde) bleiben wolle? Vergessen geglaubte Momente und Gefühle steigen aus den Dingen ihrer Eltern auf – aber der Container für den Abtransport steht bereits vor der Tür.

»Gilla Cremer nimmt die Zuschauer in jeder Szene an die Hand, viele von ihnen kennen diese biografischen Schnitte, haben sie durchlebt und durchlitten: die Wucht der Emotionen, die aus der Vergangenheit heranrollen und auf die man nicht vorbereitet ist … Cremer hat diesen Stoff in ein bewegendes, bitterhumoriges Solo übersetzt.« (Hamburger Abendblatt)

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U: 04.02.2014 Hamburger Kammerspiele in Koproduktion mit dem Theater Wolfsburg (Regie: Dominik Günther)