In Jupp Kolomaks Gastwirtschaft "Wegsend" wartet am Silvesterabend eine Dorfgemeinschaft auf die Ankunft eines UFOs. Jupp, dem zahlende Kundschaft lieber wäre, kann gegen die "Verrückten" wenig tun, denn ihre Wortführerin ist seine Frau Marita, die seit dem Tod ihres Kindes Stimmen hört. Von Außerirdischen, glaubt die Schar ihrer Anhänger, und heute Nacht soll auf dem Parkplatz vor dem "Wegsend" ein Raumschiff landen und sie alle aus ihrem Provinzdasein erlösen ... Die äußere Handlung ist der Rahmen für eine Vielzahl verborgener Geschichten, die stillen Katastrophen und Tragödien des Alltags. Kissel beobachtet ihre Figuren beim Leben, unaufdringlich, zärtlich und ironisch, mit viel Wärme und einer Spur Sarkasmus. Ein Ensemblestück mit sieben Hauptrollen, traurig und komisch zugleich, in einer poetischen Sprache voller Brüche, Facettenreichtum und Leichtigkeit.
Vera Kissel (*1959 in Heppenheim an der Bergstraße, aufgewachsen im Ruhrgebiet) studierte Journalistik an der Universität Dortmund, schrieb für Zeitungen und arbeitete als Redakteurin. Seit 1993 zahlreiche Veröffentlichungen als Lyrikerin, 1998...
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