Big Republic

2D / 2H

Jewgeni Samjatin nahm in seinem Roman Wir 1920 die Dystopien des 20. Jahrhunderts vorweg: den totalitären Staat, die gläserne Stadt und den kollektivierten Menschen. Oliver Schmaering stellt in seiner Überschreibung Samjatins die Frage nach Gemeinschaft und ihrer Verträglichkeit für die Gegenwart neu. Die Generation Y begibt sich auf Sinn- und Selbstsuche in unserer Big Republic of Germany. Das Ergebnis ist eine große demokratische Show mit gut klingenden Aussagen, die sich reimen, die Musik sein könnten: Sprache als Sound. Schmaerings Text navigiert durch kollektive Bild-, Sprach- und Musikwelten zwischen Oper, Messe und Romanze.
Während die Gemeinschaft im „einzigen Staat“ in schier unendlichen Konferenzen über sich selbst nachdenkt, will der Konstrukteur D-503 lieber seinen Auftrag erfüllen. Er soll eine Rakete bauen, um die Botschaft der Big Republic, ein „Best of der Menschheit“ auf goldenen Platten, weit über sich hinaus in die Zukunft zu katapultieren. Dagegen hat die Bloggerin I-330 den Venusberg entdeckt, wo noch Fleisch gegessen und begehrt wird. Mit ihr geht es in den Untergrund, was D-503 schwer zu schaffen macht. Zur Sabotage ist er nicht bereit – aber zur Liebe?
„Ein kleiner Teil eines futuristischen, allgegenwärtigen Globalstaats aus Menschen mit optimiertem Alltag fragt nach humaner Identität. ‚Der Mensch ist frei geboren, und überall liegt er in Ketten‘, fand Jean-Jacques Rousseau. Diese Frage stellt das Stück recht deutlich: Welche Ketten sind schlecht?“ (Stuttgarter Zeitung)

Oliver Schmaering

Oliver Schmaering

1968 in Berlin geboren. Studium der Film- und Fernsehdramaturgie an der HFF "Konrad Wolf" in Babelsberg. Seit 2001 arbeitet er als freier Autor. Er erhielt ein Schreibstipendium des Theaterhauses Jena und den Förderpreis der Freunde des Deutschen...

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U: 27.05.2015 Theater Rampe Stuttgart (Regie: Christina Paulhofer)