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Jon Fosse

Schatten

3D - 3H

Deutsch von Hinrich Schmidt-Henkel

Die Stunde, da wir uns begegneten und nichts mehr voneinander wussten, und die Stunde, da wir uns voneinander trennten, überlagern sich in diesem Stück, das zu Jon Fosses bisher radikalsten zählt. Nach einer Ewigkeit treffen sich Mutter und Vater wieder. Er hatte sie wegen einer anderen Frau verlassen, war aber zu ihr zurückgekehrt, bevor er starb. Beider Sohn war ebenfalls verheiratet; dann war das Mädchen mit dem besten Jugendfreund des Sohns zusammen. Bis heute kann es sich zwischen den beiden nicht entscheiden. Katapultiert ins Niemandsland der Erinnerung, kreuzen sich nun aller Wege neu. Die Geschichten ihrer langjährigen Beziehungen blitzen nur bruchstückhaft auf, fast scheint es ein Tabu, über sie zu reden. Stattdessen kreist das Gespräch um jene Momente des Anfangs und des Endes, die nicht aufhören, sich zu wiederholen.

Über Jon Fosse


Jon Fosse (*1959 in der norwegischen Küstenstadt Haugesund) lebt seit Mitte der siebziger Jahre in Bergen. Er studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und war Dozent an der Akademie für kreatives Schreiben in Hordaland. Seit Anfang der neunziger Jahre ist er freier Schriftsteller. 1983 erschien sein erster Roman Raudt, svart (Rot, schwarz), gefolgt von weiteren Romanen, Theaterstücken, Gedichtsammlungen, Essays und Kinderbüchern. Auf Deutsch liegen bisher seine Romane Melancholie, ausgezeichnet mit dem Melsom-Preis, und Morgen und Abend vor. Für Der Name erhielt Fosse den Ibsen-Preis sowie 2000 den österreichischen Theaterpreis "Nestroy". 2000 wurde Fosse außerdem der Nordische Theaterpreis verliehen. Bei der Kritikerumfrage von Theater heute wurde er zum besten ausländischen Autor des Jahres 2002 gewählt. Ebenfalls 2002 erhielt er den skandinavischen Nationaltheaterpreis für "Todesvariationen", den er 2003 außerdem für sein dramatisches Gesamtwerk erhielt. 2003 wurde er mit dem Ehrenpreis des Norwegischen Kulturrats sowie mit dem norwegischen Amanda-Ehrenpreis ausgezeichent und in Frankreich als "Chevalier de l'Ordre National du Mérite" geehrt. Im Februar 2004 kam Romuald Karmakars Verflimung von Fosses "Die Nacht singt ihre Lieder" in die deutschen Kinos.

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