Doch auf den Sieg folgt nicht Versöhnung: Offen wird nun der Konflikt im Inneren der Zweckgemeinschaft fortgeführt und eskaliert in einem Blutbad. Aus Mann und Bruder werden Todfeinde, und die Frau gerät zwischen Fronten, deren Verlauf sich immer wieder ändert, bis am Ende niemand mehr weiß, auf wessen Seite er steht.

In kurzen, wortkargen Szenen zeichnet Daniela Janjic nach, wie der Krieg schleichend in die Körper und Gedanken ihrer Figuren zieht und sich dauerhaft dort einnistet. Das Politische spiegelt sich im Privaten, das Private im Politischen, und Gelbe Tage verdichtet sich so zum exemplarischen Bild einer Zerstörung, die selbst die kleinste Lebenseinheit erfasst.

Daniela Janjic, 1984 geboren, wuchs in Bosnien und Herzegowina sowie in Schweden auf. Seit 1993 lebt sie in Winterthur/Schweiz. 2005 begann sie ein
Germanistikstudium an der Universität Zürich, ab Herbst 2007 studiert sie Literarisches Schreiben an der Hochschule der Künste Bern in Kooperation mit dem Schweizerischen Literaturinstitut Biel.

Gelbe Tage entstand 2005/2006 im Rahmen des "Dramenprozessor" am Theater an der Winkelwiese, Zürich, wo sie auch mehrfach als Regieassistentin gearbeitet hat. Im September 2006 wurde das Stück beim 4. Wochenende der jungen Dramatiker in szenischer Lesung an den Münchner Kammerspielen vorgestellt. Die Uraufführung ist im Januar 2008 am Theater an der Winkelwiese (Regie: Stephan Roppel), in Koproduktion mit dem Theater Tuchlaube Aarau, dem Schlachthaus Theater Bern und anderen. Im Sommer 2007 war Daniela Janjic Teilnehmerin des Festivals „World Interplay“ im australischen Townsville /Queensland.